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| Der 9. Tag, Samstag, 14. September 2002 |
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Da machen wir gar keinen Dischkurs
Wir erwachen wider Erwarten mit all unseren Körperteilen. Keine Tierchen haben an uns geknabbert, und kein Lepra hat uns befallen. Der örtliche "Supermarkt" verfügt über insgesamt 3 Sixpacks Heineken mit 0,25 Liter Flaschen zu je 5,50 EUR. Wir sagen Danke, und marschieren zum einzigen Bäcker am Ort. Auf dem Weg zum Bahnhof essen wir unsere Baguettes und Crossaints mit und ohne Schokolade (im übrigen die einzigen angebotenen Speisen). Kein Bär fällt uns an. Sollten Hagen Bosdorf und Jürgen Emig etwa dummschwätzen?
Die Fahrt mit avec le "petit train" war aber wirklich geil, und rundum empfehlenswert! Ausserdem eine Gelegenheit, die gesamte mitgeführte Kleidung anzuziehen. Super Landschaft und Phantasialandfeeling.
über Villefranche fahren wir nach Perpignan und speisen dort in einem Schnellrestaurant 3 Hacksteaks - wie in der Mensa - und einen Salat. Unsere Astralkörper müssen die gerade absolvierten 1250m Höhendifferenz erst noch verkraften.
Derweil wird unser RWTH vs. Uni-Köln-Biercontest mit perfiden Mitteln zu neuen Abgründen verholfen. Dennoch erreichen wir pünktich um 15:05 den TGV nach Montpellier. Thorstens Begeisterung für die Doppelstock-Konstruktion können die mitreisenden Banausen nicht so recht teilen und spotten wiederholt über Dreiachsgestelle, aber offensichtlich kann der Zug durch Meeresbuchten schwimmen. In Montpellier gibbet günstig Bier vor'm Bahnhof. Bei einem Telefonat zwischen René und seinem Vater kommt es zum Eklat: Auf perfide Art und Weise wird das Gespräch von den 3 anderen Teilnehmern sabotiert, indem sie den Gassenhauer "René Kellner ist homosexuell [schwul]" einstimmen. Zum krönenden Abschluß stimmt auch Renés Vater in die fröhliche Runde ein. Ach ja, die Fortuna hatte verloren. Und dann geschieht das Unfaßbare: Zug 4660, den wir nach Marseille nutzen, begegnete uns bereits gestern unter der Nummer 4661 in Toulouse. Zum wiederholten Male wiederholt sich auf dieser Reise eine Begegnung mit einem Schienenkoloss, sollte es an der Begehung des Brügger Zeittunnels liegen? Drei Teilnehmer, auch gleichzusetzen mit drei Skatbongos, denken sich: "Was für ein Schwachkopf!"
In Cassis eingetroffen machen wir Bekanntschaft mit einem deutschen Busfahrer, der uns für einen geschätzten Preis "Euro zwanzig reicht" als einzige Fahrgäste am Camping-Platz absetzt. Heute gibt's auch am Abend noch leckeres Essen in einer Pizzeria am Hafen, das anschliessend mit einer grösseren Menge Bier begossen wird. Hoffentlich ist damit eine Vorentscheidung im Trink-Contest gefallen.
Gibt es in der Zone den Ausbildungsberuf zur "Gummiwaren-Produktionshelferin"? Thomas, die Spassbremse, belauscht uns; sollte er als IM Neuss arbeiten? Irgendwo schweigt weiterhin ein Fisch.
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