Lok Interrail 2002
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Der 8. Tag, Freitag, 13. September 2002

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Harndrang

Freitag der Dreizehnte. Doch für uns ein Glückstag, denn wir verlassen die Weihwasserbekifften. Ein zweiter Spaziergang durch den Ort (mit Attila) läßt uns an der morgendlichen Beschallung mit Musik und DJ teilhaben. René erleuchtet die Lourditen noch mit einer letzten herausgebrüllten Weisheit und dann machen wir uns auf den Weg nach Toulouse - ausnahmsweise mal in einem Zug.
Hauptstrasse in Latour de Carol

In Toulouse suchen wir einen Supermarkt, und finden in Bahnhofsnähe einen LIDL mit original deutschem Sortiment. Es ist der wohl bestbewachte LIDL aller Zeiten durch 2 mega Sécourities. Ok, die Rucksäcke lassen wir dann draußen. Dies hält einen anderen Käufer aber nicht davon ab, dennoch den Versuch zu unternehmen, unentgeltlich Gerstensaft zu entwenden...

Danach fuhren wir bis Ax-les-Thermes, wo wir in den Regenbogen-Bus umgestiegen sind. Freu! Nach drei Dosen deutschen Bier aus dem LIDL - langzeiterprobt durch Familie Scholl - können wir garnix mehr! Man merke: Ein Fastentag ist nicht gut!

Les Thermes sind ein Loch mitten in der Stadt. Très pittoresque!

Erste Pause, rien ne va plus. Zehn Minuten lang. Des Rätsels Lösung ist eine Kuhherde, welche in aufreizender Langsamkeit an uns vorbeimuht.

Die Busfahrt wird zur Qual, da die eingenommenen Getränke mit Nachdruck aus dem Körper wollen. So entwickelt sich der Gare de l'Hospitale mit seiner 5-minütigen Pause zu Thorstens und Olis persönlichem Lourdes.

Kurze Zeit später hält der Bus an einem kleinen, unscheinbaren Bahnhof in völliger Einöde. Und zu unserer großen Freude ist es Latour-de-Carol. In kürzester Zeit sind unsere Mitreisenden vom Erdboden verschluckt und schon jetzt wird klar, daß die Zimmersuche nicht einfach wird. Da Thorsten der einzig Zeltwillige ist, werden schnell die wenigen Hotels abgegrast. Entweder ist nix frei oder es ist zu teuer. Also geht es - schon etwas verzweifelt - ins eigentliche Latour-de-Carol, wo wir auch tatsächlich ein Zimmer im wohl schiefesten Hotel der Welt finden. Nach einem dreiminütigen Spaziergang bemerken wir: Auch der Ort ist der wohl kleinste der Welt - wir haben ihn dreimal durchwandert. Außerdem hat fast jedes Haus die Nummer 1. Also geht es zurück zur Pension, wo wir uns mental auf die morgige Fahrt mit dem "le petit train" vorbereiten.

Einige Paras werden ob unserer schönen Herberge noch geschoben. Cholera, Diphterie, Lepra und Krebs hätten wir uns hier sicher holen können. Der dreibeinige Hund, den wir in Toulouse sahen, hat bestimmt schon eine Nacht am "Place Carolane" verbracht.


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